Veranstaltung Unternehmer des Jahres 2026
Veranstaltung Unternehmer des Jahres 2026
Veranstaltung Unternehmer des Jahres 2026
Veranstaltung Unternehmer des Jahres 2026
Veranstaltung Unternehmer des Jahres 2026

Text Gabriela Friedrich
Fotos Marc Schultz-Coulon

Erschienen in Ausgabe 03-2026

Geschichten, Gesang 
und eine herrliche Gala

Die Highlights der Preisverleihung 
„Familienunternehmer des Jahres 2026“

Pünktlich zur Preisverleihung kehrte der Hamburger Sommer am Abend des 8. Juli zurück. Im spektakulär gelegenen Opernloft im ehemaligen Fährterminal Altona kamen Familienunternehmerinnen und Familienunternehmer sowie Gäste aus Wirtschaft, Politik und Institutionen zusammen, um ein gemeinsames Highlight zu erleben, wertvolle Kontakte zu pflegen und ein starkes Zeichen für den Unternehmergeist in der Metropolregion Hamburg zu setzen.

Schon beim Betreten des Saals fiel die liebevoll gestaltete Bühne ins Auge: Neben einem bequemen Lehnsessel stand dort ein kleines rotes Schwedenhäuschen. Was zunächst wie eine charmante Kulisse für einen Abend voller Geschichten wirkte, sollte sich später als erster Hinweis auf den noch geheimen Preisträger erweisen.

Der bekannte Schauspieler Marek Erhardt eröffnete die Veranstaltung, in ebenjenem Lehnsessel sitzend, mit einer Rückschau auf die Gründungsgeschichte des Verbandes. „Wir erzählen heute kein Märchen, aber Geschichten“, kündigte der Enkel von Komiker-Legende Heinz Erhardt an und gab damit das Leitmotiv des Abends vor. Geschichten über den Verband, über Familienunternehmer und schließlich über ein Unternehmen, dessen erfolgreiches Geschäft seit 80 Jahren darin besteht, Geschichten für Kinder und ganze Generationen zu erzählen.

Ihm folgten Jasmina Jansen, Regionalvorsitzende von DIE JUNGEN UNTERNEHMER in der Metropolregion Hamburg, und Andreas Fischer-Appelt, Regionalvorsitzender von DIE FAMILIENUNTERNEHMER. Statt nacheinander klassische Reden zu halten, warfen sie sich gegenseitig die Bälle zu und sprachen über Mut, Unternehmergeist und Verantwortung. Dabei machten sie deutlich, dass Familienunternehmer Chancen erkennen und neue Wege wagen, zugleich aber langfristig denken und Verantwortung für ihre Mitarbeiter, ihre Unternehmen und die kommenden Generationen übernehmen.

Danach überraschte das Opernloft die Gäste mit einem ebenso hochklassigen wie gewissermaßen hochprozentigen Showact. Unter dem augenzwinkernden Motto „Oper? Mehr Wettbewerb!“ traten vier Sängerinnen und Sänger zu einem Opernslam gegeneinander an. Sie schmetterten Arien, Musical-Songs und Classic-Pop-Titel, während das Publikum erraten sollte, aus welcher Oper die Stücke stammten oder wer Komponist beziehungsweise Interpret war.

Doch nicht nur richtige Antworten wurden belohnt. Für jede Reaktion aus dem Publikum, ob Lösungsvorschlag, Zwischenruf oder sonstiger Kommentar, wurde der betreffenden Person ein Gläschen serviert. Das sorgte zur Erheiterung der Gäste schnell für rege Beteiligung und eine ausgelassene Stimmung im Saal.

In jeder Kategorie entschied anschließend die Lautstärke des Applauses über den Publikumsfavoriten. Am Ende triumphierte der Tenor Luban, der die Gäste mit seiner Stimme und seinem Auftritt besonders begeistert hatte. Der ungewöhnliche Wettbewerb erwies sich als einer der Höhepunkte des Abends. Für interessierte Familienunternehmer gab es gleich noch einen praktischen Hinweis: Ein individualisierter Opernslam kann auch für Firmenveranstaltungen gebucht werden.

Nach diesem Showact setzte Marek Erhardt seine Erzählung über die Verbandsgeschichte fort. Er erinnerte daran, dass 1994 eine Tradition begründet wurde, die bis heute fortlebt: die Auszeichnung des Familienunternehmers des Jahres. Seitdem haben bereits mehr als 30 Unternehmerinnen, Unternehmer und Unternehmerfamilien den „Schalthebel der Wirtschaft“ erhalten. Viele von ihnen waren an diesem Abend im Opernloft versammelt.

Traditionell wurde nun der Vorjahrespreisträger auf die Bühne gebeten, um darüber zu berichten, was die Auszeichnung in seinem Unternehmen bewirkt hatte. Oliver Gruber von der travelite GmbH & Co. KG empfahl dem noch unbekannten neuen Gewinner, den Preis aktiv zu nutzen und medial möglichst viel aus der Auszeichnung herauszuholen: Pressearbeit machen, die Aufmerksamkeit nutzen und die eigene Unternehmensgeschichte erzählen.

Dann war es endlich so weit. Der frisch produzierte Einspieler des NDR Hamburg Journals verriet, wem der „Schalthebel der Wirtschaft“ 2026 überreicht werden würde: Julia Bielenberg mit dem Medienhaus Oetinger.

Spätestens jetzt erschloss sich auch die Bühnendekoration. Das rote Schwedenhäuschen, der Lehnsessel und das Erzählen von Geschichten hatten den ganzen Abend über bereits auf den Preisträger eingestimmt: einen Hamburger Kinder- und Jugendbuchverlag, dessen große Erfolgsgeschichte denn auch mit Schweden, Astrid Lindgren und „Pippi Langstrumpf“ begann.

Oetinger wurde 1946 in Hamburg gegründet und gehört heute zu den bekanntesten Kinder- und Jugendmedienhäusern im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen ist bis heute familiengeführt und einer der letzten konzernunabhängigen Verlage seiner Größe in Familienhand. Aus dem Verlag, der mit Astrid Lindgren auch in Deutschland  Literaturgeschichte schrieb, ist ein multimediales Medienhaus geworden, das Geschichten nicht mehr nur in Büchern, sondern auch in Hörbüchern, Apps, Musik, Theater, Film, Merchandise und Erlebnisformaten erzählt. Ein ausführliches Porträt des Medienhauses Oetinger finden Sie in der Ausgabe 2/26 des HAMBURGER UNTERNEHMER, in der das Unternehmen die Titelstory ist.

Weil die Erfolgsgeschichte des Verlags untrennbar mit der schwedischen Autorin Astrid Lindgren verbunden ist, hielt Dr. Sven I. Oksaar, Honorarkonsul des Königreichs Schweden, die Laudatio. Er erinnerte sich in warmen Worten daran, wie er Astrid Lindgren als Kind bei einer Schulveranstaltung vorgestellt worden war. Seitdem verbinde ihn eine ganz persönliche Beziehung mit ihren Büchern und auch mit dem Verlag.

In seiner Laudatio spannte Oksaar den Bogen von den Anfängen des Hauses bis in die Gegenwart. Er berichtete von den 8,6 Millionen in Deutschland verkauften „Pippi Langstrumpf“-Büchern, würdigte die Historie des Verlags und hob zugleich dessen aktuelle Autorinnen und Autoren sowie die multimediale Weiterentwicklung hervor. Bücher bilden weiterhin den Ursprung des Hauses, doch Oetinger erzählt seine Geschichten heute über viele unterschiedliche Medien und Formate hinweg.

Anschließend übergab Andreas Fischer-Appelt gemeinsam mit Jasmina Jansen die Trophäe, den „Schalthebel der Wirtschaft“, an Verlegerin und Geschäftsführerin Julia Bielenberg.

„‘So ein herrlicher, herrlicher Tag‘, würde Pippi sagen. Ich stimme zu“, begann sie ihre Dankesrede. Bewegt und bewegend würdigte sie die Verdienste des gesamten Teams. Der Preis, so machte sie deutlich, gehöre nicht allein ihr, sondern allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Medienhaus Oetinger mit ihrem Engagement, ihrer Kreativität und ihrer Freude an guten Geschichten prägten, ebenso wie ihrer Familie; die Kinder saßen wie auch ihre Mutter und Vorgängerin in der Verlagsgeschäftsführung, Silke Weitendorf, im Publikum. Doch Julia Bielenberg beließ es nicht bei einem Dankeschön. Deutliche Worte fand sie für die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen Familienunternehmen derzeit arbeiten müssen: „Bürokratiemonster zermalmen gute Ideen zu Brei!“

Ihr besonderer Fokus galt jedoch den Kindern. „Wir sehen einen enormen Leistungsabfall bei den Kindern“, warnte sie. Dabei sei Bildung der einzige Rohstoff, über den Deutschland verfüge. Umso unverständlicher sei es, dass dieses Systemversagen keinen größeren gesellschaftlichen Aufschrei provoziere. Die Fähigkeit zu lesen bedeute nicht nur kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe, sondern sei auch ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Schon im Titelporträt des Verbandsmagazins hatte Bielenberg nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die Vernachlässigung der Bildung von Kindern langfristig sowohl die Demokratie als auch die Wirtschaft gefährdet.

Zum Abschluss ihrer Rede verriet sie dem Publikum noch ein Geheimnis: Am 3. Oktober wird in den Gauß-Höfen in Hamburg-Altona die erste immersive Erlebniswelt der erfolgreichen Buchfiguren „Die Olchis“ eröffnet. Damit geht Oetinger einen weiteren Schritt auf dem Weg vom klassischen Verlag zum Medienhaus, das Geschichten nicht nur lesen oder hören, sondern auch unmittelbar erleben lässt.

Marek Erhardt und Malte Wettern beschlossen den offiziellen Teil des gelungenen Abends. Beide zeigten sich glücklich und hochzufrieden, dass trotz des eng gespannten Zeitplans alles reibungslos funktioniert hatte. Sie dankten den Sponsoren, Partnern und Möglichmachern, ohne deren großzügige Unterstützung eine Veranstaltung wie diese nicht zustande gekommen wäre.

Mit dem Opernklassiker „Brindisi“ aus „La Traviata“, angestimmt von den Sängerinnen und Sängern des Opernlofts, endete der offizielle Teil des Abends und die Gäste wechselten zu den Buffets, genossen Speisen und Getränke sowie den beeindruckenden Blick auf Elbe und Hafen, tauschten sich mit guten Bekannten aus und knüpften neue Kontakte. Das Opernloft erwies sich als perfekter Ort mit exzellentem Service und professioneller, entspannter Wohlfühl-Atmosphäre für dieses Hamburger Highlight am Sommerabend.