Erschienen in Ausgabe 02-2026
Wir müssen wieder zu Wachstum kommen
Am 3. Juni trafen sich 55 Gäste auf Einladung von DIE FAMILIENUNTERNEHMER im Hamburg Marriott Hotel zum Spargelessen mit MDB Philipp Amthor. René Spiegelberger hieß den parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung in seiner Begrüßungsansprache herzlich willkommen. Sven Höppner hingegen, unser Landesvorsitzender von DIE FAMILIENUNTERNEHMER, sparte nicht mit konstruktiver Kritik. Er meinte, zwar solle man nicht den Feuerwehrmann erschießen, während er das Feuer löschen möchte, trotzdem seien kritische Worte zur aktuellen politischen Situation erforderlich. Es seien 492.000 zusätzliche Stellen im öffentlichen Dienst neu geschaffen worden, während über 350.000 Arbeitsplätze in der Industrie verloren gegangen sind. Höppner betonte, dass er selbst Arbeitsplätze in andere Länder verlagern musste, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Er mahnte: „Wir brauchen jetzt radikale Reformen, denn sonst reformieren uns die Radikalen.“ Amthor, verantwortlich für die Modernisierung des Landes, zeigte großes Verständnis für unsere Kritik.
Selbstkritisch gab er zu, man habe im Wahlkampf mehr versprochen als man danach einhalten konnte. Schlechte Stimmung würde die Probleme unseres Landes allerdings verstärken, daher rief er zum Optimismus auf, der Grundtugend der Familienunternehmer. Amthor betonte die Notwendigkeit, wieder zurück zum Wachstum zu kommen. Die Regierung hätte Erfolge in der Migrations- und der Verteidigungspolitik vorzuweisen. Es gäbe zu Recht hohe Erwartungen an größere Reformen, an denen tatsächlich gearbeitet würde. Auch Bundesminister Wildberger beklage ein zu geringes Tempo. Immerhin sei es gelungen, einen verbindlichen Fahrplan für Entbürokratisierung mit über 200 Maßnahmen zu verabschieden. Der digitale Führer- und Fahrzeugschein wurde auf den Weg gebracht, auch eine digitale Wohnsitzummeldung sei jetzt möglich. Der Staat habe sich in der Verwaltung verknotet, was seine und unsere Handlungsfähigkeit einschränke. Daher würde man mit weniger Personal bessere Arbeit anstreben und in dieser Legislatur acht Prozent Personal einsparen. Sie würden einen Kulturwandel in der Verwaltung auf den Weg bringen: weg von der Dominanz der Fehlervermeidung hin zu Entscheidungsfreudigkeit, Digitalisierung und Kreativität. Wir müssten raus aus der Kette von Berichts- und Dokumentationspflichten. Freiheit solle ermöglicht werden, damit Wachstum entstehen könne. Dazu bräuchten wir eine neue Vertrauenskultur in Deutschland. Der Staat müsse Unternehmern mehr vertrauen, sie weniger kontrollieren, aber bei Verstößen stärker sanktionieren.
Im Anschluss an seinen Vortrag nahm sich Amthor geduldig Zeit, unsere Fragen zu beantworten. Für seine Lieblingsaufgabe, das Bohren dicker Bretter, zitierte er Helmut Kohl: „Greife nie in ein Wespennest, aber wenn, dann greife fest.“ Bei leckerem Spargel wurde anschließend noch weiter lebhaft über die wichtigsten Probleme der Hamburger und der deutschen Wirtschaft diskutiert. Malte Wettern überreichte als Gastgeschenk einen dicken Rotstift, um unseren Ehrengast in seinen Sparbemühungen zu unterstützen.